Larissa ergoflix
von:
Larissa Reintges
(zertifizierte Medizinprodukteberaterin)

Welche Hilfsmittel unterstützen die Sturzprophylaxe?

3. Januar 2024
Lesezeit: 7 Minuten
Zuletzt aktualisiert am 3. Januar 2024
Dieses Bild zeigt einen Senior mit Gehstock vor einer S-Bahn

Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Schwierigkeiten mit der Koordination und Gangunsicherheiten können zu einem Sturz führen – und die Folgen sind oftmals schwerwiegend. Knochenbrüche oder andere schlimme Verletzungen sind keine Seltenheit. Praktische Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe sind eine erste Maßnahme, um die Sicherheit im Alltag zu erhöhen. In diesem Artikel erklären wir Dir alles Wissenswerte zu diesem Thema, gehen auf die Ursache des Hinfallens ein und beantworten ausführlich die Frage, welche Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe es gibt.

Das Wichtigste in Kürze
• Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe lassen sich viele auf dem Markt finden.
• Mobilitätslösungen unterstützen die sichere Fortbewegung.
• Es gibt viele andere Möglichkeiten, an die man im ersten Moment nicht denkt. Dazu zählen u. a. Handläufe, Haltegriffe, rutschfeste Unterlagen und Hausnotruf-Systeme.

Ursachen, die eine Sturzprophylaxe erforderlich machen

Welche Ursachen machen eine Sturzprophylaxe (auch Sturzprävention) überhaupt notwendig? Zunächst werfen wir einen Blick auf die Definition des Begriffs „Sturzprophylaxe“ und beschäftigen uns mit den Zielen. Kurz und knapp: Die Sturzprophylaxe verfolgt das Ziel, Stürze durch therapeutische und pflegerische Maßnahmen zu vermeiden. Wie wichtig das ist, zeigen auch Statistiken. Rund ein Drittel aller Senioren über 65 Jahre stürzen mindestens einmal pro Jahr schwer. Die Folgen sind neben Hämatomen und Prellungen oft auch Knochenbrüche. Dabei sind Oberschenkelhalsfrakturen – vor allem bei Frauen – nichts Ungewöhnliches.

Die Ursachen für einen Sturz sind meistens sehr vielfältig. Oft kommen mehrere ungünstige Umstände zusammen. Experten unterscheiden zwischen intrinsischen (also vom Patienten ausgehend) und extrinsischen (von der Umwelt begründet) Faktoren. Während ein intrinsischer Faktor beispielsweise eine plötzliche Erkrankung wie ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt ist, zählen zu den extrinsischen Faktoren Stolperfallen z. B. Teppichkanten oder schlechte Lichtverhältnisse. Mehr dazu liest Du auch in unserem Blogbeitrag „Sturz Senioren: Tipps wie Du das Hinfallen vermeidest“.

Welche Hilfsmittel gibt es zur Sturzprophylaxe?

Für Betroffene ist es gut zu wissen, dass es eine Reihe an Hilfsmitteln gibt, die eine sichere Fortbewegung unterstützen. Denn ein Sturz bedeutet in den meisten Fällen neben körperlichen vor allem auch psychische Folgen. Angst vor einem erneuten Hinfallen ist dabei ein großes Thema. Das Resultat: Betroffene ziehen sich zurück, gehen teilweise nicht mehr raus und vernachlässigen soziale Kontakte. Einsamkeit droht, denn Mobilität trägt zur sozialen Teilhabe im Alter bei. Doch welche Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe gibt es nun? Wir haben Dir die wichtigsten nachfolgend aufgelistet:

Mobilitätslösungen

Mobilitätslösungen und Gehhilfen sind oftmals die ideale Lösung, um eine sichere Fortbewegung zu gewährleisten. Je nach Handicap kann beispielsweise ein

  • Gehstock,
  • Gehrahmen/-gestell,
  • Rollator,
  • Rollstuhl (z. B. Elektrorollstuhl) oder
  • E-Mobil

in Frage kommen. Ob ein solches Hilfsmittel für Dich oder Deinen Angehörigen das richtige ist, findest Du am besten in einer Sturzprophylaxe Beratung heraus. Sprich mit Deinem behandelnden Arzt und frage ihn um Rat – denn die Wahl einer Mobilitätslösung ist eine sehr individuelle und von einer Vielzahl an Faktoren abhängig. Beispielsweise sind Gehstöcke und Rollatoren nur dann für Dich geeignet, wenn eine gewisse Mobilität gegeben und ausreichend Kraft in den Armen vorhanden ist, damit Du Dich abstützen kannst. Ist das nicht der Fall, empfehlen wir Dir, Dich näher mit einem Rollstuhl oder E-Mobil auseinanderzusetzen und Dich in einem Sanitätshaus beraten zu lassen.

Übrigens
Die meisten Mobilitätslösungen können von Deiner Krankenkasse bezuschusst werden. So sparst Du einen Großteil der Kosten. Lies mehr im Artikel
Kostenübernahme für Hilfsmittel: Hier unterstützt Dich die Krankenkasse

Handläufe und Haltegriffe

Vielleicht hast Du die Sturzprophylaxe Maßnahme schon mal in einem Pflegeheim entdeckt: In vielen Einrichtungen findest Du Handläufe an den Wänden. Auch für das eigene Zuhause kann das Hilfsmittel eine adäquate Möglichkeit sein, um sicher von A nach B zu kommen – denn Du kannst Dich ganz einfach festhalten. Und das sorgt für Stabilität.

Neben einem Handlauf sind Haltegriffe besonders praktische Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe. Vor allem in Sanitäreinrichtungen wird so das Sturzrisiko gesenkt. Besonders beliebt sind Haltegriffe für die Dusche und solche, die an nützlichen Stellen im Badezimmer – z. B. neben der Toilette – montiert werden.

Gut zu wissen: Es gibt verschiedene Arten an Sicherheitsgriffen. Diese unterscheiden sich nicht nur in Material, Befestigungsart und Form, sondern auch in der Traglast. Achte darauf, dass die Vorrichtung auf Dein Körpergewicht ausgelegt ist.

Rutschfeste Unterlagen

Eine der häufigsten Unfallursachen im Badezimmer ist das Ausrutschen auf glatter oder nasser Oberfläche. Neben den oben beschriebenen Haltegriffen entlang der Dusche, Badewanne und Toilette können rutschfeste Unterlagen die Sicherheit erhöhen. Dazu zählen u. a. Fußmatten, Vorleger und Teppiche. Allerdings solltest Du unbedingt darauf achten, dass die Unterseite der Matte rutschfest ist und sich nicht verschiebt. Auch gibt es Unterlagen, die direkt in die Dusche oder Badewanne gelegt werden. Dadurch wird ein glatter Boden ausgeglichen, sodass Du mehr Grip hast, auch wenn Duschgel die Stehfläche bedeckt und möglicherweise rutschig macht.

Hausnotrufsysteme

Im Falle eines Sturzes ist schnelle Hilfe gefragt. Zwar sind Hausnotrufsysteme für Senioren kein Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe, sondern eher eine schnelle Maßnahme, wenn das Unglück geschehen ist. Dennoch sind sie absolut sinnvoll und erwähnenswert beim Thema Sturzprävention. Innerhalb kürzester Zeit wird ein Notruf getätigt, sodass unverzüglich Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden können. Diese Systeme können z. B. um das Handgelenk oder als Anhänger getragen werden. Hausnotruf-Knöpfe gibt es übrigens von ganz unterschiedlichen Anbietern.

Weitere Tipps zur Prävention

In unserem Artikel hast Du bereits eine Reihe an Hilfsmitteln kennengelernt, die das Hinfallen vermeiden. Vor allem Senioren und Menschen mit Handicap profitieren von den kleinen Alltagshelfern. Darüber hinaus gibt es noch weitere Vorsichtsmaßnahmen, die wir Dir empfehlen:

  • Beseitige Stolperfallen. Gehe mit offenen Augen durch alle Wohnräume und schaue, ob Du über Kabel oder Teppichkanten stolpern könntest.
  • Sorge für gute Lichtverhältnisse. In schlecht ausgeleuchteten Räumen hast Du schon mal schnell die letzte Treppenstufe oder den Fuß vom Schrank übersehen. Gerade im Dunkeln schaffen Lampen mit einem Bewegungsmelder Abhilfe. Diese findest Du bereits für kleines Geld im Baumarkt oder im Internet.
  • Mache Sturzprävention Übungen. Diese helfen Dir, mehr Stabilität zu erlangen, Deine Koordination zu verbessern und Deinen Gleichgewichtssinn zu stärken. Zuerst solltest Du aber mit Deinem Arzt darüber sprechen. Vielleicht könnte Reha Sport für Dich was sein? Es gibt sogar viele Sturzprophylaxe Übungen, die Du mit einem Rollator oder Rollstuhl durchführen kannst. Oftmals handelt es sich um Sitzgymnastik, die Deine Beweglichkeit fördert und Dich fit hält.

Fit mit Sitzgymnastik

Unsere zertifizierte Reha-Trainerin Melanie zeigt Dir in der FlixFit-Reihe auf YouTube, wie Du Dich im Sitzen sportlich betätigen kannst. Gezielte Übungen stärken die wichtigsten Bereiche im Körper und das kann zur Sturzprophylaxe beitragen und Symptome, die zu einem Hinfallen führen, reduzieren.

Fazit: Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe

Auf dem Markt lassen sich so einige Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe finden. Mobilitätslösungen wie einen Rollator oder einen Rollstuhl solltest Du auf jeden Fall Probefahren. Dazu suchst Du am besten ein Sanitätshaus in Deiner Nähe auf. Gerne kannst Du uns auch anrufen und eine kostenlose Mobilitätsberatung in Anspruch nehmen. Wir von ergoflix sind Experten in Sachen faltbare elektrische Rollstühle und beraten Dich individuell. Rufe uns einfach an unter 02852 - 9459000. Wir freuen uns auf Dich.

Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, Dein Zuhause sicherer zu gestalten. Schnelle Lösungen sind z. B. rutschfeste Matten oder Handgriffe, die mit einem Saugsystem im Bad befestigt werden. Andere Lösungen, wie die Montage von Handläufen, bedürfen größerer Vorlaufzeit und sind mit baulichen Maßnahmen verbunden. Hier solltest Du einen Fachhändler hinzunehmen und Dich entsprechend beraten lassen.

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