Mareen Autor
von:
Mareen Hebing
(zertifizierte Medizinprodukteberaterin)

Hausnotruf für Senioren – diese Möglichkeiten hast Du

24. Februar 2023
Lesezeit: 7 Minuten
Zuletzt aktualisiert am 11. Oktober 2023
Hausnotruf für Senioren

Viele Menschen sind im Alter auf sich allein gestellt. Angehörige machen sich Sorgen um Vater oder Mutter – schließlich sind diese nicht mehr so fit. Passiert etwas, leben die Verwandten meist zu weit weg, um schnell zur Hilfe zu eilen. Praktisch, wenn es ein Notfallsystem gibt, das genau für solche Situationen entwickelt wurde: der Hausnotruf für Senioren.

In diesem Beitrag erhältst Du einen Überblick über den Hausnotrufknopf für zuhause und erfährst außerdem, wie der Hausnotruf auf dem Handy funktioniert. Übrigens: Der Hausnotruf ist auch für Personen empfehlenswert, die in ihrer Mobilität von einem Rollstuhl unterstützt werden und im Alltag häufig allein sind. Lies jetzt weiter und lerne die Vorteile des kleinen Knopfes kennen.

Hausnotrufknopf – kurz erklärt

Was ist ein Hausnotrufsystem?

Ein Hausnotrufknopf wird wie eine Armbanduhr am Handgelenk angebracht. Manche Anbieter ermöglichen zudem das Tragen des Knopfes wie eine Kette um den Hals. Per Knopfdruck kann die tragende Person einen Notruf auslösen und so Kontakt zu einer Hausnotrufzentrale aufbauen. In solch einem Fall wird eine direkte Sprechverbindung aufgebaut. Dies ist vor allem dann sehr praktisch, wenn der Betroffene nur unzureichend mobil ist. Bei einem Sturz kann die betroffene Person z. B. sofort Hilfe anfordern und muss nicht versuchen, den Weg zum Telefon zu finden. Senioren können einem Notall-Team direkt mitteilen, was passiert ist, sodass bedarfsgerechte Hilfe geschickt werden kann. Dabei kann die geschickte Unterstützung von

  • Nachbarn,
  • Angehörigen,
  • dem Hausarzt,
  • dem Pflege- oder Rettungsdienst kommen.
Gut zu wissen
Manche Systeme sind so konzipiert, dass der Hausnotruf auch von Personen genutzt werden kann, die diesen selbst nicht mehr betätigen können. Der DRK nimmt Kontakt zum Betroffenen auf, wenn sich dieser sich nicht nach einer vereinbarten Zeit gemeldet hat.

Doch wie funktioniert ein Hausnotrufsystem?

Das Hausnotrufsystem basiert auf gewöhnlicher Telekommunikationstechnik und besteht zumeist aus einer Basisstation und einem Funksender. Dieser kann – je nach Anbieter – entweder um den Arm wie eine Uhr oder um den Hals wie eine Kette getragen werden. Die Basisstation verfügt über

  • ein Mikrofon,
  • eine Notruftaste,
  • einen Lautsprecher sowie
  • eine Freisprechanlage.

Der Notruf wird per Knopfdruck ausgelöst. Ein Funksignal wird an die Basisstation gesendet, schließlich wird eine Verbindung zur Notrufzentrale hergestellt, die 24 Stunden am Tag besetzt ist. Durch ein Mikrofon kann der Betroffene mit der Notrufeinrichtung per Freisprechanlage sprechen und Hilfe anfordern.

Hausnotruf einrichten

Der Hausnotruf für Senioren wird von unterschiedlichen Anbietern wie z. B. dem Deutschen Roten Kreuz, den Maltesern oder auch den Johannitern angeboten. Um das System einzurichten, werden meist Fachleute geschickt, die Dich unterstützen. Bei anderen Anbietern musst Du selbst tätig werden. Häufig erhältst Du jedoch Unterstützung von einem Call-Center. Ist dies nicht der Fall, empfehlen wir Dir, Angehörige um Hilfe zu bitten.

Zunächst wird die Basisstation mit dem Telefonanschluss oder dem Mobilfunknetz verbunden und an die Stromversorgung angeschlossen. Idealerweise platzierst Du die Station zentral, sodass der Funksender von jedem Raum aus eine Verbindung zu dieser aufnehmen kann. Optimal ist eine maximale Entfernung von 30 bis 50 Metern zur Basisstation.

Damit die Notrufzentrale bei einem Vorfall entsprechend reagieren kann, muss diese noch eine Liste Deiner Ansprechpartner erhalten. Das können, wie oben bereits erwähnt, Angehörige oder Nachbarn sein. Selbstverständlich wird im Bedarfsfall ein Krankenwagen geschickt.

Ist alles angeschlossen, empfehlen wir Dir, den Hausnotruf für Senioren zu testen. So weißt Du, ob das Signal aus allen Räumen hergestellt werden kann.

Privater Notrufknopf für zuhause – Vorteile im Überblick

Selbstständigkeit bewahren

Die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes steigt mit dem Alter: Muskelschwäche, Gleichgewichtsprobleme oder Sehstören – all das kann zu einem Sturz führen. In solch einem Fall wissen Angehörige ihre Liebsten in einer Betreuungseinrichtung in guten Händen – denn die Hilfe ist nicht weit. Doch für Betroffene ist der Umzug in ein Pflegeheim oftmals keine Lösung. Mit einem Hausnotrufsystem haben Senioren die Möglichkeit, ihre Selbstständigkeit zu bewahren und in den eigenen vier Wänden zu bleiben.

Hilfe von überall und zu jeder Zeit

Der Hausnotruf kann von Senioren als Armband oder Kette getragen und in der ganzen Wohnung genutzt werden: Ob im Wohnraum oder im Badezimmer – die meisten Modelle sind stoßfest und wasserdicht, sodass sie sogar beim Baden verwendet werden können.

Außerdem ist der Notrufknopf für Senioren besonders praktisch, da er immer körpernah getragen wird und so zu jeder Uhrzeit Hilfe gerufen werden kann – unabhängig von dem jeweiligen Wochentag.

Du hast Fragen zu der Einnahme Deiner Medikamente? Auch hierfür steht der Hausnotruf bereit. Drücke den Knopf und schon wirst Du an die Ersthilfe weitergeleitet, die Dir einen Überblick über die einzunehmenden Präparate verschafft.

Hausnotruf auf dem Handy – so geht’s

Du bist aktiv und unternehmungslustig, möchtest aber auch unterwegs abgesichert sein? Das Gute: Der Hausnotruf kann auch über ein Handy genutzt werden. Dies funktioniert entweder per Notfall-Handy oder per spezieller Notfall-App.

Hilferufen per Notfall-Handy

Notfall-Handys oder auch Seniorenhandys sind extra so konzipiert, dass sie über große Tasten mit großer Aufschrift verfügen. Dies erleichtert älteren Personen die Bedienung. Die Handys sind mit einem Notfallknopf ausgestattet. Bei Betätigung werden automatisch die Nummern der Personen gewählt, die zuvor als Notrufkontakte hinterlegt wurden. Unser Tipp: Hinterlege am besten mehrere Notfallkontakte. Geht eine Person nicht an das Telefon, wird automatisch der nächste Kontakt angewählt.

Hilferufen per Notfall-App

Besitzt Du ein Smartphone, kannst Du auch eine Notfall-App herunterladen. Im Google Play Store oder App Store gibt es kostenfreie sowie kostenpflichtige Angebote. Bei Betätigen des Alarms innerhalb der App wird auch hier die hinterlegte Telefonnummer einer Person angerufen. Da Smartphones mit einem GPS-Sender ausgestattet sind, ist eine Ortung möglich. Dies ist dann besonders praktisch, wenn Du Dich in dem jeweiligen Ort nicht auskennst. Ein weiterer Vorteil der Notfall-App: Neben Erste-Hilfe-Tipps gibt es oft eine Suchfunktion zum Auffinden nahegelegener Apotheken oder Krankenhäuser. Ein weiteres Plus: Du kannst persönliche Daten wie vorhandene Allergien oder Deine Blutgruppe hinterlegen.

Hausnotruf für Senioren als mobile App
Gut zu wissen
Alternativ zum Handy oder Smartphone kannst Du auch ein mobiles Sendegerät nutzen, welches über das Mobilfunknetz funktioniert. Über einen Notrufknopf forderst Du Unterstützung an. Dein Vorteil: Da einige Systeme sogar über eine Ortungsfunktion verfügen, kann direkt Hilfe zu Deinem Aufenthaltsort geschickt werden.

Fazit: Hausnotrufsystem bietet Sicherheit für Senioren

Mit steigendem Alter steigt auch die Gefahr von Unfällen. Ideal also, wenn es ein System gibt, mit welchem Du sofort Hilfe anfordern kannst. Ein solches ist der Hausnotrufknopf für Senioren. In Gefahrensituationen z. B. bei einem Schwindelanfall kann unabhängig von Zeit und Ort ganz einfach via Knopfdruck eine Notrufzentrale kontaktiert werden. Für Senioren ist die Hürde, einen Hausnotruf zu betätigen, sogar oftmals geringer als sich bei Angehörigen zu melden. Schließlich geben nur wenige gerne zu, dass sie Unterstützung benötigen.

Ein Hausnotruf für Senioren punktet in Sachen Tragekomfort: Ob als Kette oder Armband – bei den meisten Hausnotrufsystem-Anbietern kannst Du selbst entscheiden und die Lösung auswählen, die Dir gefällt.

Ein mobiler Notruf für Senioren bietet den Vorteil, dass auch unterwegs Hilfe gerufen werden kann. Auch die Standorterkennung ist praktisch: Wird ein Notruf abgesetzt, kann die angewählte Notrufzentrale den Aufenthaltsort des Betroffenen sehen und weiß, wohin Hilfe geschickt werden soll.

Interessierst Du Dich für ein solches System, lass Dich unbedingt beraten und bespreche mit Deinen Angehörigen, welcher Hausnotruf für Dich der richtige ist.

Wenn Du wissen möchtest, welche Hausnotrufsystem-Anbieter es gibt, lies hier weiter.

Du möchtest weiter in unserem Mobilitätsblog stöbern? Dann könnten diese Themen interessant für Dich sein:

Du bist auf der Suche nach einem Hausnotrufknopf für Angehörige oder hast bereits einen Senioren Notfallknopf bestellt? Welches System sagt Dir zu? Eine Notfall App für Senioren oder eine Notruf Senioren Kette? Schreibe es gerne in die Kommentare.

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